Christliches Brauchtum und lebendige Heimattradition

Die fränkische Kirchweih, im Volksmund je nach Region als Kerwa, Kärwa, Kirwa oder Kerm bezeichnet, 
gehört zu den ältesten und tief verwurzelten Traditionen Frankens. Erster allgemeiner Anlass einer Feierlichkeit im Mittelalter war die Erinnerung an die Einweihung der Grabeskirche in Jerusalem im Jahre 335. Daraus entwickelte sich dann landläufig an vielen Orten die jährliche Gedenkfeier an die Weihe der eigenen Kirche. Bereits im frühen Mittelalter wurde in Franken der Tag der Kirchenweihe als bedeutendes religiöses Ereignis begangen.
Die Kirchweih war demnach ursprünglich ein rein christliches Fest. Gottesdienste, Prozessionen und gemeinschaftliche Gebete standen im Mittelpunkt des Geschehens. Die Kirche bildete das geistliche und gesellschaftliche Zentrum einer Siedlungsgemeinschaft. Erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich aus diesen religiösen Feierlichkeiten jene fröhlichen Volksfeste, die in der Gegenwart das Bild der fränkischen Kirchweihen prägen.
Bis heute haben sich vielerorts traditionelle Abläufe erhalten. Die Kirchweih beginnt häufig mit dem Aufstellen des Kirchweihbaumes durch die Kerwaburschen und Kerwamadla. Es folgen Festgottesdienste, Musik, Tanz und geselliges Beisammensein. Der Kirchweihsonntag besitzt dabei nach wie vor eine besondere Bedeutung, da er vielerorts mit einem feierlichen Gottesdienst und dem gemeinsamen Besuch der Kirche begangen wird. Regionale Bräuche wie Kirchweihpredigten, Betzn-Tänze oder die symbolische "Kerwa-Beerdigung" zum Abschluss spiegeln die enge Verbindung von Glauben, Gemeinschaft und fränkischer Lebensart wider. 
Andere Volksfeste betonen Unterhaltung, Handel oder Saisonereignisse -
die fränkische Kirchweih feiert zusätzlich die Geschichte des Ortes, seine Kirche und die Gemeinschaft der Menschen.
Ein anschauliches Beispiel dieser lebendigen Tradition ist unsere Kirchweih in Tennenlohe auf der großen Festwiese vor der Kirche St. Maria Magdalena, heuer vom 14. bis zum 17. August 2026. Mit dazugehören ein Festzelt mit Musik, gutes Essen sowie Fahr- und Vergnügungsgeschäfte. Einst selbstständig als Gemeinde im Knoblauchsland blicken wir dabei auf eine jahrhundertealte kirchliche Geschichte zurück. Eine Kirchweihtradition in Tennenlohe dürfte rund um die Kirche St. Maria Magdalena mindestens seit dem 15. Jahrhundert bestehen.
Unsere Kirchweih ist Ausdruck gelebter Heimat, christlicher Tradition und der Verbundenheit der Menschen mit ihrer Geschichte und ihrem Glauben. 
Wir feiern den ökumenischen Festgottesdienst am Sonntag, den 16. August um 9:30 Uhr mit Ulrike Hertlein (Wortgottesleiterin Heilige Familie) und Pfarrer Rudolf Koch im Kirchweihzelt an der Sebastianstraße. Es spielt der Posaunenchor. 

Sie sind herzlich eingeladen.
Roland Süß